Wer auf Fuerteventura einen Ort sucht, der sowohl für aktiven Wassersport als auch für entspannte Strandtage taugt, stößt früher oder später auf Costa Calma. Das kleine Küstenort im Süden der Insel hat sich seit den 1980er-Jahren zu einer festen Adresse für Windsurfer aus ganz Europa entwickelt, ohne dabei den Charakter eines reinen Sportlager-Dorfes anzunehmen. Für 2026 lohnt sich ein genauerer Blick auf die Möglichkeiten vor Ort.
Warum Costa Calma für Windsurfer so attraktiv ist
Der entscheidende Faktor ist der Wind. Costa Calma liegt an der Westküste der Halbinsel Jandía, wo der nordöstliche Passat auf die natürliche Trichterwirkung der Küstenmorphologie trifft. Von Mai bis September weht der Wind dort an durchschnittlich 25 von 30 Tagen mit Stärken zwischen 4 und 6 Beaufort, gelegentlich auch darüber. Das entspricht etwa 20 bis 35 Knoten, was Freifahrt-Surfer ebenso zufriedenstellt wie Wellensurfer, die etwas weiter südlich bei Punta de Esquinzo bessere Bedingungen finden.
Der Strand Sotavento, der sich von Costa Calma aus rund 7 Kilometer nach Süden erstreckt, gilt als einer der konstantesten Windsurfspots Europas. Die flachen Wasserzonen hinter der Sandbank eignen sich für Anfänger und Fortgeschrittene, während der offene Atlantik dahinter anspruchsvollere Bedingungen bietet. Kein Wunder, dass hier regelmäßig Weltcup-Events der PWA (Professional Windsurfers Association) stattfinden.
Surfschulen und Ausrüstung vor Ort
Wer ohne eigenes Equipment anreist, findet in Costa Calma mehrere Surfschulen mit aktuellem Material. Anbieter wie Rene Egli Fuerteventura oder Pro Center Robinson sind seit Jahrzehnten etabliert und führen Boards und Segel von North, Severne oder Gaastra in großer Auswahl. Ein Tagesmietpaket kostet 2025 je nach Anbieter zwischen 60 und 90 Euro, Kurse für Einsteiger beginnen bei rund 120 Euro für drei Stunden. Für 2026 sind keine gravierenden Preissprünge zu erwarten, sofern man frühzeitig bucht.
Wer sein eigenes Material mitbringen möchte, sollte beim Flug auf Gepäckoptionen achten. Condor und Eurowings bieten Surfbretttaschen als Sondergepäck an, Kosten liegen je nach Buchungszeitpunkt zwischen 50 und 120 Euro pro Strecke. Am Flughafen Fuerteventura (FUE) gibt es keine Probleme bei der Abfertigung von Surftaschen, solange die Maße unter 300 cm Länge bleiben.
Strände für alle, die keinen Surfkurs brauchen
Nicht jeder Reisende fährt nach Costa Calma, um auf dem Wasser zu stehen. Die Playa de Costa Calma ist breiter und ruhiger als viele Strände im Norden der Insel. Der Sandstreifen ist rund 800 Meter lang, hat feinen, hellgelben Sand und fällt flach ins Wasser ab, was ihn für Familien mit Kindern geeignet macht. Anders als am nahe gelegenen Morro Jable ist der Strand nicht von lauten Restaurants gesäumt, der Bereich wirkt überschaubar und verhältnismäßig ruhig.
Für einen ausführlichen Überblick über Geschichte, Infrastruktur und Angebote lohnt sich ein Blick auf die Informationen zu Costa Calma, die zeigen, wie sich der Ort vom einfachen Fischereistandort zur modernen Tourismusdestination entwickelt hat.
Der Strand Sotavento südlich des Ortes verdient eine eigene Erwähnung. Durch die vorgelagerte Sandbank entsteht bei Ebbe eine flache Lagune mit türkisfarbenem Wasser, die bei Familien und Kindern sehr beliebt ist. Sonnenschirme und Liegen lassen sich in begrenztem Umfang vor Ort mieten, wer jedoch mehr Auswahl möchte, bringt eigenes Equipment mit. Parkplätze entlang der Strandstraße sind kostenlos, füllen sich im Juli und August aber schon vor 10 Uhr morgens.
Unterkunft: Was 2026 zu beachten ist
Costa Calma ist kein Massentourismusort mit Hochhaushotels. Die Unterkünfte verteilen sich hauptsächlich auf Aparthotels und Bungalow-Anlagen mittlerer Kategorie. Größere Häuser wie das Rio Calma oder der H10 Tindaya liegen direkt am Strand, verfügen über eigene Poolanlagen und sind auch für Surfer praktisch, weil der Weg zum Wasser kurz ist.
Buchungen für Sommer 2026 sollten spätestens im Januar oder Februar erfolgen, wenn man konkrete Wunschtermine hat. Besonders die Wochen um den PWA-Worldcup im Juli und August sind regelmäßig früh ausgebucht. Wer flexibler ist und eher Herbst in Betracht zieht, findet September und Oktober ebenfalls windig und merklich günstiger. Temperaturen liegen dann bei 26 bis 29 Grad, der Atlantik hat rund 23 Grad.
Praktische Hinweise für die Anreise und Planung
- Flugzeit ab deutschen Flughäfen beträgt rund 4 Stunden, Direktverbindungen ab Frankfurt, München, Hamburg, Düsseldorf und Berlin bestehen ganzjährig.
- Mietwagen sind für Costa Calma sinnvoll, da der Ort selbst überschaubar ist, aber Ausflüge nach Morro Jable oder zum Naturpark Jandía ohne eigenes Fahrzeug umständlich werden.
- Beste Reisezeit für Windsurfer: Mai bis September. Für Strandtage ohne Extremwind: Oktober bis April.
- Geld: Im Ort gibt es einen Geldautomaten, die Auswahl an Restaurants und Supermärkten ist ausreichend, aber nicht üppig. Wer spezielle Lebensmittel braucht, fährt besser nach Morro Jable oder Gran Tarajal.
Fazit: Lohnt sich Costa Calma 2026?
Costa Calma funktioniert gut für eine spezifische Reisenden-Gruppe: Menschen, die Windsurfen entweder ernsthaft betreiben oder erlernen wollen und gleichzeitig auf schöne Strände nicht verzichten möchten. Der Ort ist kein Allround-Urlaubsort mit Nachtleben, Shoppingmeilen oder kulturellen Angeboten. Was er bietet, bietet er konsequent und auf hohem Niveau.
Für 2026 gibt es keinen Grund, warum sich das grundlegend ändern sollte. Die Windverhältnisse sind naturbedingt stabil, die Infrastruktur der Surfschulen ist ausgereift, und die Strände sind so weitläufig, dass selbst in der Hochsaison kein Gedränge entsteht, das den Aufenthalt verleidet. Wer frühzeitig bucht und seine Erwartungen klar hat, trifft mit Costa Calma eine verlässliche Wahl.