Wer zu Hause schlechten Empfang hat, greift oft zu einem WLAN Repeater. Das Gerät verstärkt das vorhandene Funksignal und versorgt entlegene Zimmer mit einer stabilen Verbindung. Was dabei viele nicht bedenken: Ein Repeater sendet dauerhaft elektromagnetische Felder aus, oft aus kurzer Distanz und rund um die Uhr. Die Frage, wie groß die Strahlungsbelastung dadurch tatsächlich ist, lässt sich mit konkreten Zahlen und einem Blick auf die geltenden Grenzwerte beantworten.
Wie ein Repeater Strahlung erzeugt
Ein WLAN Repeater arbeitet auf denselben Frequenzbändern wie ein herkömmlicher Router: 2,4 GHz und 5 GHz. Er empfängt das Signal des Routers und sendet es mit eigener Leistung weiter. Dabei verhält er sich funktechnisch wie ein zweiter Zugangspunkt. Die Sendeleistung liegt je nach Modell zwischen 100 und 400 Milliwatt. Zum Vergleich: Ein Mobiltelefon kann beim Telefonieren kurzzeitig bis zu 2 Watt abstrahlen.
Das entscheidende Maß für die Belastung ist der spezifische Absorptionsrate-Wert, kurz SAR. Er gibt an, wie viel Energie in Watt pro Kilogramm Körpergewebe aufgenommen wird. Für Geräte, die am Körper getragen werden, schreibt die EU einen Grenzwert von 2 W/kg vor. WLAN-Repeater werden jedoch stationär betrieben, sodass andere Bewertungsgrundlagen herangezogen werden: die ICNIRP-Referenzwerte für ortsfeste Sender sowie in Deutschland die Bundesnetzagentur, die Grenzwerte nach der 26. Bundes-Immissionsschutzverordnung überwacht.
Grenzwerte und reale Messwerte im Vergleich
Die geltenden Grenzwerte für hochfrequente elektromagnetische Felder liegen im 2,4-GHz-Band bei einer Leistungsflussdichte von 10 W/m². In der Praxis erzeugen handelsübliche Repeater in einem Abstand von einem Meter Werte, die weit darunter liegen, typischerweise zwischen 0,001 und 0,05 W/m². Das entspricht etwa einem Tausendstel bis einem Fünfhunderstel des zulässigen Grenzwerts.
Trotzdem gibt es einen Unterschied zu einem Router, der meist im Flur oder Arbeitszimmer steht. Repeater werden oft im Schlafzimmer oder Kinderzimmer platziert, direkt neben dem Bett oder Schreibtisch. Dann gilt: Die Feldstärke nimmt mit dem Quadrat der Entfernung ab. Bei 10 cm Abstand kann die Leistungsflussdichte bis zu hundertfach höher sein als bei einem Meter. Wer den Repeater also kopfnah aufstellt, erhöht die eigene Exposition trotz insgesamt niedriger Absolutwerte deutlich.
Was unabhängige Quellen und Tests zeigen
Verbraucher, die konkrete Gerätedaten suchen, finden auf Vergleichsseiten wie wlanrepeater-tests.de technische Angaben zu Sendeleistung und Frequenzbändern einzelner Modelle, was bei der gezielten Auswahl eines stromsparenden oder signalreduzierten Geräts hilfreich sein kann. Für die gesundheitliche Bewertung sind allerdings die offiziellen Behördenquellen maßgeblich.
Das Umweltbundesamt kommt in seiner Einschätzung zu hochfrequenten Feldern aus WLAN-Geräten zu dem Schluss, dass die Exposition im Normalbetrieb weit unterhalb der geltenden Grenzwerte liegt und nach aktuellem Forschungsstand keine gesundheitlichen Schäden nachgewiesen sind. Gleichzeitig empfiehlt die Behörde ausdrücklich, die Exposition unnötig gering zu halten, etwa durch bewusste Standortwahl und das Abschalten von Geräten bei Nichtbenutzung.
Besondere Risikogruppen: Kinder und Schlafbereiche
Für Kinder gelten keine separaten Grenzwerte, obwohl ihr Gewebe elektromagnetische Strahlung aufgrund der geringeren Körpergröße und der höheren Gewebedurchdringung anteilig anders aufnimmt. Fachleute empfehlen daher Vorsorge, auch wenn kausale Belege für Schäden fehlen. Im Schlafzimmer bedeutet ein dauerhaft sendender Repeater eine Exposition über viele Stunden ohne Unterbrechung, was bei einem Router im Flur seltener der Fall ist.
Praktisch lässt sich das Problem mit einer schaltbaren Steckdosenleiste lösen. Wer den Repeater nachts abschaltet, reduziert die tägliche Gesamtexposition je nach Schlafdauer um 6 bis 9 Stunden. Viele aktuelle Modelle bieten zudem eine Zeitschaltuhr-Funktion direkt in der App oder Firmware, sodass das manuelle Abschalten entfällt.
Praktische Maßnahmen zur Reduzierung
- Abstand einhalten: Mindestens einen Meter zwischen Repeater und dauerhaft genutztem Aufenthaltsort. Im Schlafzimmer idealerweise außerhalb des Raums platzieren.
- Sendeleistung reduzieren: Viele Geräte erlauben es, die Ausgangsleistung in der Konfigurationsoberfläche auf 50 oder 25 Prozent zu begrenzen, was die Reichweite kaum spürbar verringert, die Strahlung aber deutlich senkt.
- Nachts abschalten: Automatische Zeitpläne oder eine schaltbare Steckdose sorgen dafür, dass der Repeater zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens nicht sendet.
- LAN-Alternative prüfen: Powerline-Adapter übertragen das Signal über das Stromnetz. Sie erzeugen keine hochfrequente Funkstrahlung, strahlen aber selbst niederfrequente Felder auf der Netzleitung ab.
- Mesh-Systeme mit Zeitsteuerung: Moderne Mesh-Router lassen sich so konfigurieren, dass einzelne Knoten zu bestimmten Zeiten nur im 5-GHz-Band senden, das eine geringere Wanddurchdringung hat und im Schlafbereich schwächer ankommt.
Fazit: Grenzwerte werden eingehalten, Vorsicht bleibt sinnvoll
Die Strahlungsbelastung durch WLAN Repeater liegt unter realen Nutzungsbedingungen weit unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte. Es gibt keine belastbaren wissenschaftlichen Belege dafür, dass der Betrieb eines Repeaters bei typischer Aufstellung gesundheitliche Schäden verursacht. Dennoch lohnt es sich, den Standort bewusst zu wählen und das Gerät bei Nichtbenutzung vom Netz zu nehmen. Der Aufwand dafür ist gering, der mögliche Nutzen einer dauerhaft reduzierten Exposition über Monate und Jahre erscheint vernünftig, auch wenn die Forschung derzeit keinen Schwellenwert kennt, unter dem Strahlung garantiert wirkungslos ist.
Wer sich unsicher ist, kann einen einfachen Handmesser für Hochfrequenzfelder nutzen, die für unter 50 Euro erhältlich sind, und den eigenen Repeater-Standort selbst überprüfen. In der Regel bestätigen solche Messungen, was die Grenzwertvergleiche zeigen: Abstand ist das wirksamste Mittel.