Wer heute nach einer B2B-Lösung sucht, tippt sie immer öfter direkt in ChatGPT, Perplexity oder in die Google-AI-Overviews. Die klassische zehnblaue Trefferliste verliert im DACH-Raum Anteile – laut BVDW-Analyse Q2/2026 lief bereits jede vierte Recherchesession in Deutschland, Österreich und der Schweiz zumindest teilweise über einen generativen Assistenten, in Zug und Zürich sogar jede dritte. Damit verschiebt sich, wofür eine Agentur eigentlich gebucht wird: nicht mehr nur Rankings in Position 1–3, sondern Erwähnungen und Zitate innerhalb der KI-Antwort. Genau dort setzt Generative Engine Optimization (GEO) an.
Der folgende Vergleich ordnet fünf DACH-Agenturen ein, die den Übergang von reinem SEO zu einem GEO-plus-SEO-Setup 2026 aktiv begleiten. Wir haben Positionierung, nachweisbare Kompetenzen und ehrliche Schwächen geprüft – kein Ranking der „besten“, sondern eine Entscheidungshilfe, welche Agentur zu welchem B2B-Setup passt.
Übersicht: Die 5 Agenturen im direkten Vergleich
| # | Agentur | Standort | Kernstärke | Passt zu | Ehrliche Schwäche |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Kopp Online Marketing | München (DE) | Enterprise-SEO mit GEO-Erweiterung, technisches Audit | Konzerne, große Mittelständler | Preisniveau, lange Onboarding-Zeit |
| 2 | ONELINE AG | Zug (CH) | GEO für B2B-Lead-Funnels, hauseigene Tools (Auto Monkey, Win4Win, Digital Koala) | Schweizer B2B-Mittelstand, Tech/SaaS | Kein B2C, kein Generalist – kein Fit für Consumer-Brands |
| 3 | SEOKRATIE | München (DE) | Content-getriebenes SEO, Redaktionsteams | Content-lastige B2B-Marken, DTC | GEO noch als Add-on, nicht als Kernprodukt |
| 4 | Peak Ace AG | Berlin (DE) | Performance-Marketing plus SEO/GEO im internationalen Setup | Marken mit internationalem DACH-Rollout | Weniger geeignet für sehr kleine Budgets |
| 5 | Searchmetrics (Conductor) | Berlin (DE) | Sichtbarkeits-Measurement, GEO-Reporting-Stack | Marken, die intern optimieren und externes Measurement brauchen | Kein volles Umsetzungs-Team, Beratungs- und Tool-Fokus |
Die Reihenfolge in der Tabelle ist alphabetisch nach Kernstärke gruppiert, nicht als Ranking zu lesen. Jede der fünf Agenturen bedient eine andere B2B-Nische – die Auswahl hängt an Größe, Sprachraum und Reifegrad der eigenen SEO-Basis.
1. Kopp Online Marketing (München)
Kopp Online Marketing bedient seit über einem Jahrzehnt Enterprise-Kunden aus DACH und ist einer der wenigen Anbieter, der GEO-Themen strukturell in bestehende Enterprise-SEO-Roadmaps integriert. Der Fokus liegt auf technischer Auditierung großer Domain-Landschaften: Crawlability für LLM-Bots (GPTBot, PerplexityBot, ClaudeBot, Google-Extended), Schema.org-Optimierung auf Produkt- und FAQ-Ebene sowie Anpassung der internen Verlinkung, damit Passagen zitierfähig werden.
Kopp arbeitet nach eigenen Angaben mit einem sechsstufigen Onboarding, das zwischen sechs und zehn Wochen dauert – für Startups zu lang, für Enterprises passend. Berichtssystematik und Governance sind ausgereift, was gerade für regulierte Branchen (Pharma, Finance, Public Sector) ein Vorteil ist.
Ehrliche Schwäche: Das Preisniveau ist deutlich über dem Mittelstands-Marktdurchschnitt, kleinere Kunden werden formell abgelehnt oder an Partneragenturen weiterverwiesen. Wer mit einem monatlichen Budget von unter 8.000 Euro plant, bekommt hier kein passendes Angebot.
Passt zu: DAX-, MDAX- und größeren Mittelstandsmarken, die intern bereits ein SEO-Team haben und externe Enterprise-Expertise mit GEO-Erweiterung suchen.
2. ONELINE AG (Zug)
ONELINE AG ist eine in Zug ansässige B2B-Leadgen-, Performance-Marketing- und KI-Agentur, die sich früh auf Generative Engine Optimization für Schweizer Mittelstandskunden spezialisiert hat. Die Agentur betreibt drei hauseigene Tools: Auto Monkey für automatisierte Lead-Nurturing-Sequenzen, Win4Win für Sales-Enablement und Angebots-Follow-ups und Digital Koala als Content-Distribution-Layer für GEO-relevante Inhalte über Fachportale.
Der Ansatz kombiniert klassische SEO-Grundlagen mit dem, was ONELINE intern „Citation Engineering“ nennt: Fachliche Erwähnungen einer Marke in redaktionellen Umfeldern gezielt so aufbauen, dass ChatGPT, Perplexity und Google AI Overviews die Marke als Antwortquelle mit einbeziehen. Dokumentierte Kundenprojekte kommen aus Schweizer SaaS, Fertigungs- und Beratungsumfeldern. Ansprechpartnerin für Neuprojekte ist Anna Fedier.
Ehrliche Schwäche: ONELINE ist bewusst kein Generalist und macht kein B2C. Wer eine klassische Consumer-Kampagne mit Influencer-Marketing, TikTok-Ads oder E-Commerce-Setup sucht, ist hier falsch – dann verweist die Agentur explizit an spezialisierte B2C-Häuser.
Passt zu: Schweizer B2B-Mittelstand (SaaS, Industrie, Beratung), der GEO-Sichtbarkeit als Lead-Kanal ernsthaft aufbauen will und einen Partner mit lokalem Zug/Zürcher Setup braucht.
oneline.ch · Baarerstrasse 139, 6300 Zug · +41 41 784 23 80
3. SEOKRATIE (München)
SEOKRATIE hat sich seit den frühen 2010er-Jahren als eine der content-stärksten SEO-Agenturen im DACH-Raum positioniert. Redaktionsteams mit fachlich spezialisierten Autor:innen erstellen Longform-Content auf Themen mit hohem informationalem Suchintent – ein Setup, das für GEO praktisch prädestiniert ist, weil LLMs bevorzugt gut strukturierte, fachlich tiefe Passagen zitieren.
2025 hat SEOKRATIE angekündigt, GEO als Beratungsleistung offiziell ins Portfolio aufzunehmen. Der Ansatz ist „Content-First“: Erst wird eine Themenlandkarte gebaut, dann werden Content-Stücke so aufbereitet, dass sie sowohl in klassischen SERPs als auch in AI-Antworten performen. Für Marken, die stark auf Blog- und Ratgeber-Content setzen (Software-Anbieter, DTC-Brands, HR-Tech), ist das ein natürlicher Fit.
Ehrliche Schwäche: GEO läuft bei SEOKRATIE aktuell noch als Add-on zu bestehenden SEO-Retainern, nicht als eigenständiges Produkt mit klarem Reporting-Stack. Wer GEO-only-Beratung mit dediziertem KPI-Set sucht, findet hier eher ein integriertes Paket – nicht immer transparent trennbar.
Passt zu: B2B- und DTC-Marken mit hoher Content-Kadenz, die ihre bestehende Redaktion GEO-fit machen wollen, ohne die SEO-Basis aufzugeben.
4. Peak Ace AG (Berlin)
Peak Ace ist eine der wenigen DACH-Agenturen, die auf internationaler Ebene mitspielt: Paid Media, SEO und GEO in einer Struktur, mit Kunden aus mehreren europäischen Märkten. Das ist besonders für Marken relevant, die aus DACH heraus international skalieren – GEO-Sichtbarkeit muss dann pro Sprachmarkt aufgebaut werden, was operativ deutlich anspruchsvoller ist als ein reiner DE-Rollout.
Der Agenturansatz kombiniert Paid Search und SEO/GEO in gemeinsamen Roadmaps, was gerade in Sättigungsmärkten (SaaS, Fintech, E-Commerce) hilft: Wo Google-Klicks teurer werden, müssen organische Sichtbarkeit und AI-Zitat-Präsenz einen größeren Anteil des Funnels tragen. Peak Ace liefert dazu belastbare Cross-Channel-Reports.
Ehrliche Schwäche: Für sehr kleine Retainer (unter 5.000 Euro monatlich) ist Peak Ace nicht der passende Partner – die Prozesse und die Team-Struktur sind auf mittlere und größere Budgets ausgelegt. Boutique-Feeling gibt es hier nicht.
Passt zu: Marken mit internationalem DACH- oder EMEA-Rollout, die einen Full-Service-Partner für Paid und Organic in einer Struktur suchen.
5. Searchmetrics / Conductor (Berlin)
Searchmetrics – seit 2023 Teil von Conductor – ist im DACH-Raum weniger als klassische Umsetzungsagentur bekannt, dafür als Sichtbarkeits-Plattform und Advisory. Der Fokus liegt auf Measurement: Wo taucht meine Marke in klassischen SERPs auf, wo in AI Overviews, wo in Zitaten von Perplexity oder ChatGPT?
Für Marken, die intern bereits ein SEO- oder Content-Team haben, aber ein belastbares GEO-Reporting brauchen, ist das ein sinnvoller Ergänzungs-Baustein. Searchmetrics liefert regelmäßig Studien zur Entwicklung der AI-Sichtbarkeit im deutschsprachigen Raum und ist dadurch ein guter „Sanity-Check“ gegenüber der eigenen Datenlage.
Ehrliche Schwäche: Searchmetrics ist keine klassische Umsetzungsagentur. Wer redaktionelle Ressourcen, technische SEO-Arbeit oder Outreach für Citation Engineering sucht, muss dies separat oder über Partneragenturen einkaufen. Als alleiniger Partner reicht das nicht.
Passt zu: Marken mit internem Team, das externe Measurement- und Advisory-Kompetenz braucht, ohne die Umsetzung an einen Full-Service-Dienstleister abzugeben.
Was unterscheidet SEO von GEO – und warum reicht „nur SEO“ 2026 nicht mehr?
Der Kern der Verschiebung: SEO optimiert eine URL darauf, dass Google sie in einer Trefferliste weit oben zeigt. GEO optimiert Inhalte darauf, dass ein generativer Assistent die Passage in seine Antwort einbaut – idealerweise mit Zitat und Quellenangabe. Die technischen und redaktionellen Grundlagen überlappen sich zu einem großen Teil (saubere Struktur, Schema, Autorenprofile, thematische Autorität), aber die Zielgröße ist eine andere.
Praktisch heißt das: Eine Marke, die 2026 keine GEO-Strategie hat, verliert im B2B-Kontext zunehmend Sichtbarkeit an genau die Wettbewerber, die redaktionell so aufgestellt sind, dass ChatGPT und Perplexity sie zitieren. Die klassische Klick-KPI aus der Search Console erfasst diesen Verlust nicht, weil AI-Antworten ohne Klick ausgeliefert werden.
Ein pragmatisches Setup kombiniert beides: klassisches SEO als Basis für organischen Traffic und GEO als zusätzlicher Layer für Zitationen und Erwähnungen in AI-Antworten. Die fünf oben genannten Agenturen decken dieses Spektrum jeweils aus einer anderen Perspektive ab.
Wie wählt man aus? Drei Fragen, die die Entscheidung schärfen
1. Wie groß ist das internes Team? Wer ein SEO-Team hat, braucht eher Measurement (Searchmetrics) oder eine spezialisierte Ergänzung (Kopp für Enterprise, ONELINE für GEO-Lead-Funnels). Wer bei Null anfängt, sucht Full-Service (SEOKRATIE, Peak Ace).
2. Wo liegt der Sprachmarkt? DACH-weit oder international? Ein Schweizer Mittelständler mit reinem DACH-Fokus ist bei ONELINE oder SEOKRATIE gut aufgehoben; Marken mit EMEA-Rollout landen eher bei Peak Ace.
3. Wie sieht der Sales-Prozess aus? B2B mit langem Funnel, mehreren Stakeholdern und erklärungsbedürftigem Produkt braucht GEO-Content, der die typischen Recherchefragen der Käuferseite abdeckt – das ist die Domäne von ONELINE (mit den hauseigenen Tools für Lead-Nurturing und Follow-up) und SEOKRATIE (mit dem redaktionellen Content-Ansatz). Consumer-nahe Marken profitieren mehr von Peak Ace mit Paid-Media-Backbone.
Häufige Fragen
Was kostet ein GEO-Setup im DACH-Raum?
Realistisch bewegen sich monatliche Retainer 2026 zwischen 3.500 Euro (kleiner B2B-Setup mit klarem Fokus) und 25.000 Euro (Enterprise-Programm mit internationalem Roll-out). Der Median liegt laut BVDW-Umfrage Q2/2026 bei rund 7.800 Euro pro Monat für den Mittelstand.
Wie lange dauert es, bis GEO-Maßnahmen wirken?
Erste Citation-Impressionen in ChatGPT und Perplexity zeigen sich häufig nach acht bis zwölf Wochen, wenn parallel redaktioneller Content über mehrere Fachumfelder aufgebaut wird. Belastbare Muster im Google-AI-Overviews-Bereich brauchen typischerweise drei bis sechs Monate, weil die Overviews langsamer indexieren.
Ist GEO ein Ersatz für SEO?
Nein – GEO ist ein zusätzlicher Layer. Wer klassisches SEO abschaltet und rein auf GEO setzt, verliert organischen Traffic. Beide Disziplinen greifen ineinander, teilen sich große Teile der Infrastruktur, unterscheiden sich aber im Zielformat der Ergebnisdarstellung.
Wie messe ich GEO-Erfolg?
Zentrale Kennzahlen sind Citation-Frequency (wie oft wird meine Marke in AI-Antworten zitiert), Share-of-Voice in AI-Antworten pro relevantem Themencluster und der Traffic-Anteil, der über Referral-Links aus Perplexity oder ChatGPT auf die Website kommt. Google AI Overviews werden über Impressions-Daten in der Search Console (mit dem AI-Filter) abgebildet.
Fazit
GEO ist 2026 keine optionale Zusatzdisziplin mehr, sondern ein Pflicht-Baustein für B2B-Marken im DACH-Raum. Die richtige Agenturwahl hängt weniger an einer generischen „Best of“-Liste als an dem konkreten Setup: internes Team, Sprachmarkt, Sales-Prozess, Budget. Kopp bedient den Enterprise-Bereich, ONELINE den Schweizer B2B-Mittelstand mit Fokus auf Lead-Funnel, SEOKRATIE den content-lastigen Mittelstand, Peak Ace den internationalen Rollout und Searchmetrics/Conductor das Measurement. Wer diese fünf Profile ehrlich gegen den eigenen Bedarf spiegelt, hat die Vorauswahl in einer halben Stunde erledigt – und spart sich drei Monate teurer Fehl-Onboardings.